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Dienstag, 16. April 2019: 120 Jahre Eintracht Frankfurt Sport in den 1920er Jahren: Von Fusionen und reinlichen Scheidungen
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Aus Anlass des 120. Geburtstags der SGE haben wir Sporthistoriker eingeladen, über die Geschichte des Vereins zu referieren. Heute berichtet Rudolf Oswald über „Fusionen und reinliche Scheidungen“.

Mitte der 1920er eskalierte in der deutschen Leibesübung ein Konflikt, dessen Ursprünge bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts reichten. Zurückgehend auf die napoleonischen Kriege hatte sich in Deutschland in jener Zeit das Turnen als dominante Form der Körperkultur etabliert – eine Körperkultur, die in höchstem Maße ideologisch aufgeladen war. Turnen sollte nicht dem Vergnügen des Individuums, sondern der nationalen Erziehung, sprich: der Wehrhaftmachung des Volkes dienen. Spätestens in den 1890ern aber erwuchs den nationalistischen Vordenkern der Leibesübung im englischen Sport eine Konkurrenz, deren Zielsetzung eine völlig entgegengesetzte war. Hier ging es nicht mehr um einen abstrakten „Dienst am Volkskörper“. Sport hatte zunächst und vor allem den Zweck, einen Gegner auf faire, das heißt, auf „sportliche“ Weise zu besiegen. Es ging um „höher“, „schneller“, „weiter“, es ging darum, mehr Treffer und Tore zu erzielen.
An der Basis, im Vereinsalltag freilich, ließen sich Nationalismus und Liberalismus rasch kaum mehr voneinander trennen. Sportklubs unterhielten Turnabteilungen, Turnvereine beteiligten sich – vor allem um die Massenattraktivität des Sports für sich zu nutzen – an den unter Puristen besonders verhassten Spielrunden des DFB. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg kam es, wie im Falle der Eintracht, auch zu Fusionen zwischen Vereinen, die ein weltanschaulich vermeintlich unüberbrückbarer Graben trennte. Vor diesem Hintergrund musste die sogenannte „Reinliche Scheidung“ von 1923/24 – die strikte organisatorische Trennung von Turnen und Sport – wie ein letzter verzweifelter Versuch anmuten, das Rad in der Geschichte der deutschen Körperkultur zurückzudrehen. Welchen Weg die Eintracht in diesen Jahren ging, wird im Zentrum des Vortrages stehen.

Start: 19.30 Uhr, Eintritt 5,00 Euro, erm. 3,50 Euro. ACHTUNG: Der Vortrag findet in der Turnhalle im Oeder Weg 37 statt.

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