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Eintracht Frankfurt trauert um Bernhard Nermerich
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Eintracht Frankfurt trauert um Bernhard Nermerich. Er verstarb am 14. Juli 2010 im Alter von 71 Jahren. Mit 22 gewonnenen Deutschen Meistertiteln im Gehen war er der erfolgreichste Sportler des Vereins.

Nermerich startete bei drei Europameisterschaften und den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko. Mit einer fragwürdigen Disqualifikation nur 7 km vor dem Ziel wurde er um einen Medaillenplatz gebracht. 1972 wurde er ebenfalls vom Pech verfolgt: Drei Monate vor den Olympischen Spielen stellte er noch eine Weltjahresbestzeit über die Distanz von 50 km auf, verpasste die Spiele in München dann aber wegen einer Verletzung.

Dass Nermerich der ganz große Wurf bei den Olympischen Spielen nicht gelang, nahm er stets mit Humor. Er erinnerte sich vielmehr seiner zahlreichen großen Triumphe und den tollen Erlebnissen, die er als Sportler genoss. Am 4. November 1970 war er zu Gast beim Papst, nachdem er als erster ausländischer Aktiver den „Giro di Roma“ gewonnen hatte. Seine Musterung 1957 bei der Bundeswehr sorgte bei ihm für Erheiterung: Man kam zu dem Ergebnis, dass der schmächtige 18-Jährige für längere Fußmärsche nicht geeignet sei.

 Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Bernhard Nermerich, der vom Verein Anfang diesen Jahres für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde, seiner Eintracht stets verbunden. In Kelkheim im Taunus betrieb er ein Taxiunternehmen. In den 1990er Jahren wurde er zu „Frankfurts freundlichstem Taxifahrer“ gewählt und in den vergangenen Jahren sorgte er mit seinem „Weihnachtshaus" immer wieder für Schlagzeilen. Jedes Jahr in der Weihnachtszeit schmückte Nermerich gemeinsam mit seiner Frau Michaela das Häuschen in Kelkheim mit 88.888 Glühbirnen, einer Vielzahl von Weihnachtsmännern, Schafen und Nikoläusen. Tausende Besucher bestaunten das Weihnachtshaus und spendeten für einen guten Zweck. Fast 30.000 Euro sammelten die Nermerichs auf diese Weise für karitative Zwecke. An Ostern verwandelten die Nermerichs ihr Domizil regelmäßig in ein „Osterhaus“.

„Bernhard Nermerich trug den Eintracht-Adler wirklich um die Welt“, erinnert sich Ilse Bechthold, die große Dame der Frankfurter Leichtathletik, an den einstigen Vorzeigesportler der Eintracht. „Sein Tod ist für den Verein ein großer Verlust“. Auch Präsident Peter Fischer ist betroffen: „Bernhard Nermerich war nicht nur einer der erfolgreichsten Sportler unserer Eintracht, er war auch ein echter „Typ“, der mit seiner Freude am Leben und seinen tollen Ideen sowohl im Verein als auch außerhalb viel bewegt hat“.

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